(T.P.) Einer der dienstältesten Funktionsträger im Bereich des Nordbadischen Ringer-Verbandes feiert in diesen Tagen seinen sechzigsten Geburtstag. Günter Laier, ehemaliger Spitzenringer, Trainer und Kampfrichter ist seit seiner frühen Kindheit mit dem Ringkampfsport eng verwurzelt. Sowohl sein Vater, als auch seine zwei älteren Brüder waren ihm hierbei Vorbilder und Ansporn zugleich. Seine ersten Schritte auf der Matte machte er 1966 für seinen Heimatverein KSV Malsch, für den er im Jahr 2009 auch seinen allerletzten Kampf bestritt.

Dazwischen liegt ein ereignis- und durchaus auch erfolgreiches Sportlerleben mit zahlreichen Titeln und Medaillengewinnen auf nationaler und internationaler Ebene. Nach seinem ersten DM-Start 1973 in Urloffen mit Platz 10 blitzte das große ringerische Talent von Günter bereits im Folgejahr auf, als er in der B-Jugend bis 44 kg seinen ersten von insgesamt elf Deutschen Meistertiteln errang. Herausragend das Jahr 1979, als er dreifacher Titelträger sowohl bei der A-Jugend, den Junioren und den Männern wurde. Seinen letzten nationalen Titel gewann er 1985 bei den Männern bis 62 kg. International konnte er durchaus auch überzeugen. Platz 6 bei der Junioren-WM 1981 und Platz 6 bei der EM 1985 standen hier zu Buche. Als Angehöriger der Bundeswehr war er auch fünfmal bei Militär-Weltmeisterschaften eingesetzt, wo er 1983 mit Gold, sowie 1984, 1988 und 1990 jeweils mit Silber seine Leistungsstärke unter Beweis stellte. Auch als Mannschaftsringer war Günter stets ein Leistungsträger seines jeweiligen Teams. Vom KSV Malsch wechselte er zunächst 1976 zum KSV Östringen und folgte 1978 seinen Brüdern Klaus und Wolfgang zum AV Reilingen, wo die drei über viele Jahre das erfolgreichste Trio auf deutschen Matten neben den Scherer Brüdern Freddy, Bernd (beide Wiesental) und Markus (Schifferstadt) wurden. Mit dem AV Reilingen war er 13 Jahre immer in der DMM-Endrunde und gewann 1982 gegen den KSV Witten das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Den VfK Oftersheim führte er in den 90er Jahren als Ringertrainer von der Oberliga bis in die Bundesliga und beendete seine Bundesligalaufbahn beim hessischen Zweitligisten FSV Münster.

 

links: Erster DM-Titel 1974

rechts: AV Reilingen 1980: (hintere Reihe) Trainer Knoll, Liebgott, Rotter, Weißbrodt, K.Laier, Schweikert, Klaus, Kosukoglu, (vordere Reihe) G.Laier, Padilla, Aydogan, Schauder, Hocker, W.Laier

 links: Militär-Weltmeister 1983

rechts: Kampf gegen den späteren Olympia-Fünften Martin Herbster (Graben-Neudorf) 1984

Als Trainer machte er erste Schritte im Schüler- und Jugendbereich des AV Reilingen und legte bereits mit 18 Jahren beim damaligen Landestrainer Günter Hartlieb die Prüfungen für die C-Lizenz ab. B- und A-Lizenz folgten 1985 und 1986 und der damalige Freistil-Bundestrainer Detlev Schmengler stand Günter in dieser Zeit als Mentor fördernd zur Seite und motivierte ihn, als erster Ringer das Studium zum Diplom-Trainer an der Sporthochschule Köln (1988-1989) zu absolvieren. Anschließend folgte von 1989 – 1992 eine Anstellung als Honorartrainer beim Deutschen Ringer Bund für den Bereich Nachwuchs Freistil. Dieses hoffnungsvolle Engagement endete leider in der „Nach-Wendezeit“, als verstärkt ostdeutsche Trainer zur Verfügung standen und für Günter auf einmal kein Platz mehr war. Nach einer kurzen Pause erfolgte ein neues Engagement in seinem Heimatverband NBRV als Honorartrainer Freistil unter Günter Hartlieb, dessen Nachfolge als Landestrainer er ab 1998 antrat und den Bereich Freistil und weiblichen Ringkampf bis heute verantwortlich betreut.

Darüber hinaus steht er dem NBRV seit dem Jahr 2000 als Kampfrichter zur Verfügung, eine Tätigkeit, die er eigentlich nie ausüben wollte, jetzt aber bereits seit über 20 Jahren mit großer Begeisterung und Engagement dabei ist. Als Ringer und Trainer stehe man laut seiner Aussage immer in einem gewissen Gegensatz zum Unparteiischen und geäußerte Kritik an deren Entscheidungen führte oft zu der Aufforderung „es doch selbst einmal zu versuchen und besser zu machen“. Dies war dann irgendwann die Triebfeder zu der Entscheidung, nach der Tätigkeit als Ringer und Trainer nun auch die dritte „Komponente“ Kampfrichter auszuprobieren. Günter hat sich gewissenhaft in sein neues Metier eingearbeitet und gilt bis hinauf in die Regionalliga als anerkannter Mattenleiter.

Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Heizungs- und Lüftungsbauer ging er für 12 Jahre zur Bundeswehr und war in der Sportfördergruppe Philippsburg beschäftigt, zuletzt bis 1993 als deren sportlicher Leiter. Neben seiner hauptamtlichen Trainertätigkeit für den NBRV betreute er in der Vergangenheit auch mehrere sportbezogene Projekte in Kindergärten und Schulen und konnte dabei zum Einen sein enormes Fachwissen anwenden, aber auch viele Kinder und Jugendliche für den Ringkampfsport begeistern. Sein großes Engagement auf und neben der Ringermatte wurde u.a. durch die Auszeichnung „Trainer des Jahres in Baden-Württemberg“ im Jahr 2007 und die Verleihung der Ehrennadel in Gold durch den NBRV im Jahr 2019 gewürdigt.

Wir wünschen Günter Laier anlässlich seines Ehrentages alles Gute, Gesundheit und weiterhin viel Erfolg und Spaß mit seinem geliebten Sport, verbunden mit der Hoffnung, dass er dem Nordbadischen Ringer Verband noch möglichst lange mit Rat und Tat erhalten bleibt.