Michael Böh zum Bundesstützpunkttrainer am OSP Heidelberg ernannt

(T.P.) Der langjährige deutsche Spitzenringer, Trainer des Bundesligisten SRC Viernheim und Landestrainer des NBRV für den Griechisch-römischen Stil, Michael Böh ist mit Wirkung zum 01.03.2021 neuer Bundesstützpunkttrainer am Olympiastützpunkt in Heidelberg. Er wird diese Tätigkeit hauptberuflich und in Vollzeit ausüben und das Training für die, dem OSP Heidelberg zugeordneten Bundes-Kaderathleten und Mitglieder der Bundeswehr-Sportfördergruppe betreuen. Sein Pendant im Freistil ist der, schon seit einiger Zeit tätige Behcet Selimoglu. Zusätzlich zur Betreuung dieses Personenkreises ist er für den Kader der ARGE Baden-Württemberg verantwortlich und wird auch weiterhin dem NBRV als Landestrainer zur Verfügung stehen.

Die Arbeit am OSP umfasst neben der reinen Trainingsarbeit auf der Matte auch die Umsetzung und gegebenenfalls Anpassung der von den Bundestrainern vorgegebenen Rahmentrainingspläne für die einzelnen Sportler, Trainingssteuerung, Veranlassung von trainingsbegleitenden Maßnahmen (medizinische Betreuung, Ernährungsberatung, Physio- und Rehamaßnahmen, Beratung in beruflichen Fragen….), sowie Mitarbeit bei DRB-Lehrgängen und Wettkämpfen.

Beruflich bedeutet diese neue Aufgabe für ihn, den gelernten Gießereimechaniker nach 28 Berufsjahren im Motorenbau bei der Daimler AG einen großen Einschnitt und Neuanfang.

Es ist aber auch eine spannende Herausforderung für den Menschen Michael Böh, der in der Vergangenheit als Ringer und Trainer immer „Vollgas“ gegeben hat und den Ringkampfsport seit seiner frühen Kindheit intensiv lebt. Er war von Anfang an für seinen aggressiv-offensiven Kampfstil bekannt und begeisterte seine Anhänger immer wieder mit tollen Schwunggriffen oder spektakulären Aushebern. Es wäre wünschenswert, wenn er diese Fähigkeiten an die nachfolgenden Ringergenerationen weitervermitteln könnte, denn gerade der griechisch-römische Stil leidet stellenweise unter der Wahrnehmung, oft sehr „statisch“ daherzukommen.

Der Ringkampfsport wurde ihm quasi schon 1976 in die Wiege gelegt, denn bereits sein Vater Werner Böh war ein leistungsstarker Ringer beim RSC Eiche Sandhofen und zuletzt beim RSC Schönau. Dort begann dann auch Michael mit sechs Jahren mit dem Ringen. Weitere Stationen als Jugendlicher und Aktiver waren Eiche Sandhofen und der KSV 1884 Mannheim, bevor er dann sieben Runden lang für den Zweitligisten AC Ziegelhausen auf die Matte ging. Danach folgten kürzere Gastspiele in der ersten Liga beim AV Reilingen, VfK Schifferstadt und KSV Wiesental, bevor er auf dem Höhepunkt seiner Karriere fünf Jahre lang für den SV Germania Weingarten am Start war. Durch einige Verletzungen gehandicapt beendete er nach Engagements in Ladenburg, Schriesheim, Ziegelhausen und Reilingen seine aktive Laufbahn als Ringertrainer beim ASV Ladenburg. Insgesamt fünfmal konnte Michael Deutscher Meister werden (1990 C-Jugend -41 kg, 1994 A-Jugend –54 kg und Junioren -52 kg, 1996 Junioren -57 kg und 2001 Männer -58 kg), dazu noch einige Medaillen sowie internationale Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften.

Als Trainer arbeitete er für den ASV Ladenburg, die RKG Reilingen/Hockenheim, den RSC Eiche Sandhofen und zuletzt den SRC Viernheim. Nachdem der langjährige Landestrainer und heutige NBRV-Geschäftsführer Willi Ullrich 2014 in den wohlverdienten Ruhestand ging und dessen Nachfolger Sven Lay 2018 zurücktrat übernahm er dieses Amt mit der Unterstützung durch ein Team mit Heinz Marnette, Jochen Mades und Kai Dittrich.

Der NBRV ist stolz darauf, dass mit Michael Böh ein Trainer aus seinen Reihen für diese herausragende Aufgabe ausgewählt wurde, wünscht ihm viel Erfolg in seiner neuen Funktion und hofft, dass er dort lange engagiert und mit viel Freude am Ringkampfsport tätig sein wird.