Andreas Staub

(52 Jahre, KSV Berghausen)

 

 Wann hast Du mit dem Ringen angefangen?

  • Mit 11 Jahren

 Wie bist Du zum Ringen gekommen und was ist der Grund, warum Du beim Ringen geblieben bist?

  • Der Sohn unserer damaligen Mieter hat mich einfach mal zum Training mitgenommen. Die Vielfalt des Sports in Bezug auf Kraft, Ausdauer und Technik, aber auch, dass man immer mit dem Kopf dabei sein muss, hat mich von Anfang an fasziniert. Die Kameradschaft innerhalb des Vereins, auf und neben der Matte, war ebenfalls etwas Besonderes. Außerdem konnte man früher oder später die eingebildeten Fußballer bei der Damenwelt ausstechen, da diese den durchtrainierten Körper eines Ringers in der Regel interessanter finden.

 Seit wann bist du Kampfrichter?

  • Seit 2002 (?)

 Was hat dich dazu bewogen Kampfrichter zu werden?

  • Der damalige Kampfrichterreferent (Uwe Lehr) lag mir permanent in den Ohren, dass ich doch mit dem Pfeifen anfangen soll und irgendwann habe ich halt „ja“ gesagt, nur um meine Ruhe zu haben. Ein anderer, immer noch aktiver Kollege behauptet hingegen felsenfest, er wäre „schuld“, dass ich mit dem Pfeifen angefangen hätte, da ich mich als aktiver Ringer so sehr über ihn geärgert hätte, dass „selbst ich es besser machen könnte“. Das halte ich aber für ein Gerücht, denn an so eine Aussage kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern …

 Wie lief die Ausbildung zum Kampfrichter?

  • Eigentlich war da seinerzeit nicht viel. Ich wurde zum Jahreslehrgang eingeladen und sollte dort einfach mal die Prüfung mitschreiben. Da ich diese auf Anhieb „bestanden“ habe, bekam ich einen Crash-Kurs auf der Matte und wurde dann nach der „praktischen Prüfung“ beim Jugend-Turnier in Kirrlach offiziell zum NBRV-Kampfrichter ernannt.

 Welche „Erfolge“ hast du als Kampfrichter bisher erreicht?

  • „Erfolge“ gibt es eigentlich nicht. Kämpfe laufen mal gut, mal nicht so optimal. Wenn man trotz allem von außen als geeignet für den Job akzeptiert wird, ist das für mich okay und Bestätigung genug.

 Was war bisher dein schönster Kampf, oder dein schönstes Erlebnis als Kampfrichter?

  • Speziell fällt mir hierzu vielleicht nur mein Einsatz bei den German Masters in Mannheim ein. Das war von der Stimmung unter den Kollegen und mit den vielen bekannten, teils international vor Jahren sehr erfolgreichen Sportlern, schon etwas Besonderes. Ansonsten hat jeder Kampf seinen eigenen Reiz. Ein Derby kann genauso besonders sein, wie ein Spitzenkampf in der Regionalliga. Aber auch ein Kampf zwischen zwei nordbadischen Traditionsvereinen, egal in welcher Liga, bei denen man viele, frühere Weggefahren wieder trifft, macht mir unheimlich Spaß. Ich muss am Ende des Tages nur mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können.

 Was gefällt dir am Kampfrichterwesen außerhalb der Matte?

  • Es gibt einen starken Zusammenhalt unter uns Kampfrichtern, egal aus welchem Landesverband diese kommen oder unabhängig von deren Nationalität. Ob bei Turnieren (z.B. in Ladenburg) oder bei Einsätzen in einem anderen Landesverband (z.B. Regionalliga-Kämpfe), man hilft sich gegenseitig und tauscht sich konstruktiv aus. Ich denke aber, dass dies unseren Sport generell ausmacht, denn bereits als Aktiver konnte ich abseits der Matte viele Freundschaften national und international knüpfen.