Luisa Niemesch gewinnt Bronze bei der U23-WM in Bukarest.

(T.P.) Luisa Niemesch vom SV Germania Weingarten hat bei den U23-Weltmeisterschaften der Ringer in Bukarest / Rumänien die Bronzemedaille in der Kategorie bis 62 kg erkämpft.

Nach ihrem etwas unglücklichen Abschneiden bei der WM in Budapest vor drei Wochen, wo sie nach einer knappen Niederlage mit Platz 15 ausschied, zeigte die in Freiburg studierende und trainierende 23-jährige diesmal ihr ganzes Leistungsvermögen und gewann nach zwei dritten Plätzen bei den Europameisterschaften 2011 und 2012, sowie zwei Vizeweltmeisterschaften  2012 und 2014 im Juniorenbereich nun bereits ihre fünfte internationale Medaille.

Ihre Gewichtsklasse war mit 19 Starterinnen durchaus sehr stark besetzt und es waren 5 Kämpfe bis zum ersehnten Edelmetall zu bestreiten. In Runde 1 traf Luisa auf Devi Pooja aus Indien, die technisch überlegen mit 10:0 Punkten bezwungen werden konnte. Im Achtelfinale wartete dann die Schwedin Olivia Louise Henningsson, die ebenfalls mit 10:0 klar besiegt wurde. Auch im Viertelfinale gab Luisa sich erneut keine Blöße und erkämpfte gegen Aurora Campagna einen weiteren 10:0-Überlegenheitssieg. Allerdings gab es dann im Halbfinale eine böse Überraschung gegen die Ukrainerin Ilona Prokopevniuk. Nach ausgeglichener ersten Hälfte lag Luisa nur mit 0:1 zurück und startete nach 4 Minuten einen starken Beinangriff am Mattenrand, wo jeder eigentlich eine hohe Wertung für sie erwartete. Doch der Mattenleiter wertete die Aktion stattdessen als Konter der Ukrainerin mit 2 Punkten, deren Trainer dann auch noch den Videobeweis forderten. Zum Entsetzen aller Beteiligter auf deutscher Seite wurde diesem stattgegeben und die Wertung auf 4 Punkte korrigiert. Luisa musste danach die totale Offensive wagen, wurde klassisch ausgekontert und unterlag völlig unverdient mit 0:11 Punkten. Im Kampf um Bronze hatte sie die US-Amerikanerin Kayla Miracle zur Gegnerin, der sie in diesem Jahr bereits einmal knapp unterlegen war. Doch diesmal siegte sie – sicherlich auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch – nach zwei starken Beinangriffen verdient und sicher mit 6:3 nach Punkten. Weltmeisterin wurde die Japanerin Yukako Kawai, die der Ukrainerin im Finale beim 14:3 keinerlei Chance ließ.

Ein weiterer toller Erfolg für Nordbadens zur Zeit erfolgreichte Ringerin auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio.